Traditionelle Praktiken verletzen Frauenrechte

- 05.03.2010  -  MISEREOR: Zusammenarbeit entscheidend

Am Weltgebetstag der Frauen weist MISEROR auf weltweite Missachtung von Frauenrechten hin. MISEREOR fordert die Abschaffung traditioneller Praktiken wie Genitalverstümmelung und systematischer Vergewaltigung.

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Foto: Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.
Anlässlich des Weltfrauentags 2010 weist das katholische Hilfswerk MISEROR darauf hin, dass die Rechte von Frauen weltweit immer noch missachtet werden. Frauen litten auf Grund traditioneller schädlicher Praktiken immer noch unter Genitalverstümmelung, erzwungener Verheiratung als junge Mädchen, Entführung und systematischer Vergewaltigung. MISEREOR fordert die Abschaffung dieser traditionellen Praktiken, die Frauen in ihrer menschlichen Würde verletzen und auch daran hindern, ihre Rolle als tragende Akteure bei der Armutsbekämpfung wahrzunehmen.

"Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung können dramatische Folgen haben. Wir wissen aber, dass sie in vielen Ländern positiv belegt sind. Deshalb ist es nur mit Hilfe der Dorfgemeinschaften und ihrer religiösen und weltlichen Führer möglich, diese Praktiken zu überwinden", erläutert die MISEREOR-Expertin für  das Thema 'Weibliche Genitalverstümmelung' Barbara Schirmel. "Die Frauen, die oft schon im Kindesalter an ihren Genitalien verstümmelt wurden, bringen die Folgen wie Infektionen, Totgeburten und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oftmals gar nicht mit dem Brauch in Verbindung. Sie glauben, dass sie durch die Beschneidung ihrer Genitalien rein und erst richtig zur Frau werden. In Wirklichkeit aber wird Ihr Recht auf die Unversehrtheit ihres Körpers und auf sexuelle Selbstbestimmung verletzt."

Rund 130 Millionen Frauen weltweit sind Opfer von Genitalverstümmelung. MISEREOR unterstützt vor allem in Afrika Partner, die zur Überwindung der Praxis mit lokalen Gemeinschaften, Führungspersönlichkeiten und ehemaligen Beschneiderinnen zusammenarbeiten und über die lebenslangen Folgen aufklären. So unter anderem in Tansania, Mali, Äthiopien und Ägypten.

MISEREOR ist Mitglied des Deutschen Netzwerkes zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung - INTEGRA. Rund 20 deutsche Organisationen, die sich gegen die schädliche Praxis einsetzen, haben sich 2000 in diesem Netzwerk zusammengeschlossen.  Infos unter: www.netzwerk-integra.de. Auf www.misereor.de finden Sie weitere Informationen zum Thema weibliche Genitalverstümmelung.